Business Aviation: Gulfstream G500

Business Aviation wird von den meisten total unterschätzt. Anfangs auch von mir, aber da es mich doch irgendwie interessiert hat, bin ich an den Flughafen München gefahren und habe mir diesen Sektor mal genauer angeschaut.

Die Büroräume der Business Aviation sind im General Aviation Teil des Flughafens untergebracht. Ein eher umspektakulärer Bürokomplex (im Vergleich zum Rest des Flughafen Münchens).

Einmal schnell durch die Sicherheitskontrolle und schon steht man auf dem Rollfeld, wo eine A320 der Lufthansa direkt an einem vorbeizieht. Die Firmen, die Privatjets betreiben haben meist eigene Autos, um sich auf dem Rollweg fortzubewegen. Im Hangar standen Privatjets diverser Leasing Firmen, aber auch die Flieger von Siemens und BMW.

Ich kam in den Genuss der G500 von Gulfstream, dem wohl exklusivsten Flugzeugbauer der Branche. Neupreis eines solchen Fliegers liegt bei ca. 60 Millionen US-Dollar.

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Die Gulfstream 500 von außen

Es war auf jeden Fall mal ein Erlebnis die hydraulisch ausfahrbare Treppe hochzugehen und im Cockpit mal das zu machen, was man schon immer mal machen wollte. Von außen wirkt die Gulfstream höher und kürzer als sie tatsächlich ist. Innen konnte ich gerade noch so stehen (183cm), sah aber dafür nach hinten eine lange Röhre. Die Ausstattung selbst ist eher schlicht und bestimmt nicht die luxuriöseste (Ledersessel in weiß mit edlen Holztischen). Angenehm sind aber die großen, Gulfstream-typischen, runden Fenster, die viel Licht in die Kabine lassen und eine tolle Sicht ermöglichen. Dieses Flugzeug verfügt außerdem noch über ein Badezimmer und eine Galley (im hinteren Teil der Maschine), sowie ein Crew-Rest Compartment (direkt hinter dem Cockpit).

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Interior der G5

 

In dieser Konfiguration können 16 Passagier und 3 Crew-Mitglieder mit an Bord genommen werden. Mit einer Reichweite von ca. 10.000km (je nach Beladung) ist die G5 das ideale Transportmittel für Firmen, die international agieren.

Faszinierend war für mich selbstverständlich das Cockpit, dessen Hauptbestandteil 4 große LCD Monitore waren, die die Aufgaben übernehmen, die normalerweise von vielen einzelnen Instrumenten erledigt wird, und Informationen liefern, die meist in Papierform mitgeführt werden. Auch einfach mal den Funk auf dem Vorfeld des Flughafen München mitzuhören ist wahnsinnig spannend.

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Piloten, die auf der G5 fliegen haben mir erzählt, dass sie noch viele weitere, zusätzliche Aufgaben im Unternehmen, neben der als Pilot, übernehmen. Alle Abläufe, die zu einer erfolgreichen Durchführung eines Flugbetriebs nötig sind, werden von 24 Mitarbeitern erledigt. Dazu gehört anfangs die Flugplanung, die Crewplanung, die Kostenabrechnungen, aber auch banale Dinge, wie der Turn around eines eintreffenden Fliegers. All das wird von den Mitarbeitern dort organisiert und das obwohl sie nebenbei vielleicht als Pilot oder Flugbegleiter fliegen.

Meiner Meinung nach ein sehr anspruchsvoller Job, der aber bestimmt auch Abwechslung mit sich bringt.

 

©2016 www.aviation-life.com

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